Grundsatzprogramm der Kulturpolitischen Gesellschaft

Am 21. September 2012 in Berlin von außerdordentlicher Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen

Die Kulturpolitische Gesellschaft ist ein bundesweiter Zusammenschluss kulturpolitisch interessierter und engagierter Personen und Organisationen. Sie ist parteipolitisch unabhängig sowie weltanschaulich und religiös neutral.
Die Kulturpolitische Gesellschaft wirkt in der Tradition der Neuen Kulturpolitik, die »der Entfaltung und Entwicklung der sozialen, kommunikativen und ästhetischen Möglichkeiten und Bedürfnisse aller Bürgerinnen und Bürger dient und die aktive Beteiligung aller Schichten der Bevölkerung am kulturellen Leben gewährleistet« (Grundsatzerklärung 1976).
Ziel der Kulturpolitischen Gesellschaft ist es, die Kulturelle Demokratie weiterzuentwickeln und die Freiheit der Künste zu schützen. Gemeinsam mit den Akteuren aus Kunst, Kultur und Kulturpolitik entwickelt sie Leitbilder und Zielsetzungen für die Kulturpolitik und wirkt an deren konzeptioneller Ausgestaltung mit. Sie versteht sich als Plattform für kulturpolitische Diskurse und Impulsgeberin für Reformprozesse, um auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren.

Weiterlesen

Ein neues Grundsatzprogramm für die KuPoGe – ein Beitrag zur Debatte aus der Region Berlin-Brandenburg

Von Isa Kathrin Edelhoff

Das Grundsatzprogramm der Kulturpolitischen Gesellschaft soll grundsätzlich diskutiert und überarbeitet werden. Das ist angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen seit 1997 notwendig, ja überfällig. Aber wie soll es konkret aussehen, das neue Programm? Soll es vollkommen neu geschrieben werden? Oder nur »entschlackt«, überarbeitet, an einzelnen Stellen umgeschrieben und ergänzt? Auf die Gefahr hin, immer länger zu werden, an Kohärenz zu verlieren? Oder soll man es auf knapp formulierte Grundsätze, die auch für ein (multimediales) Marketing taugen, reduzieren? Wo würden sich dann jedoch die aktuellen kulturpolitischen Diskussionen widerspiegeln? Darüber haben Mitglieder der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg im Haus der Kulturen im November 2011 kontrovers diskutiert.

Weiterlesen

Beitrag zur Grundsatzprogramm-Diskussion der Kulturpolitischen Gesellschaft

Von Wolfgang Meyer-Hesemann

Die beabsichtigte Selbstvergewisserung und Neuorientierung ist angesichts der veränderten gesellschaftlichen und kulturellen Herausforderungen begrüßenswert.

Der Terminus »Neue Kulturpolitik« erscheint nach so langer Zeit und erfolgreicher Verbreitung nicht mehr wirklich passend (die »neue« ist inzwischen die alte Kulturpolitik); er bedarf einer Weiterentwicklung.

Die im Wesentlichen noch zeitgemäßen Leitbilder bzw. Zielsetzungen (Ausnahme ist das doch sehr den Debatten der 80er Jahre verhaftete Thema Tätigkeitsgesellschaft) sind teilweise neu zu akzentuieren:

  • Der Beitrag kultureller Bildung, Produktion und Rezeption für Persönlichkeitsbildung, selbstverantwortliche Lebensgestaltung, soziale und demokratische Verantwortung .
  • Kulturelle Inklusion benachteiligter Bevölkerungsgruppen angesichts der wachsenden sozialen Spaltung unserer Gesellschaft.
  • Neue Wege und Formen der Öffnung der Einrichtungen und Angebote der »traditionellen (Hoch-)Kultur« für bisher ausgeschlossene Gruppen und besonders Jüngere.
  • Inhaltliche und institutionelle Herausforderungen im Zusammenhang mit den inzwischen  alle Bereiche der Kultur symbiotisch durchdringenden Neuen Medien.
  • Neue öffentlich-gemeinnützig-private Misch- und Kooperationsformen kultureller Einrichtungen und Angebote.
  • Neugestaltung eines kulturellen Qualitätsdiskurses und kultureller Innovation.
    Weiterlesen

Programmdiskussion

Neues Grundsatzprogramm
Vorschläge aus der Mitgliedschaft erbeten

Der Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft hat beschlossen, das zurzeit geltende Grundsatzprogramm aus dem Jahr 1997 zu aktualisieren. Er reagiert damit auf gesellschaftliche Veränderungen (z.B. demografische Entwicklung, Digitalisierung), aber auch auf die Situation der Kulturpolitik (z.B. Finanzkrise) und die kulturpolitische Diskussion im neuen Jahrhundert (Ergebnisse der Enquete-Kommission »Kultur in Deutschland«, Verhältnis Angebot-Nachfrage etc.). Ferner versteht sich die Programmdebatte auch als Antwort auf die Mitgliederstruktur der KuPoGe, die immer mehr geprägt ist durch neue und jüngere Mitglieder, für die der programmatische Gründungskontext der 1970er Jahre nicht mehr so relevant sein dürfte wie für die Gründergeneration. Auch die Themen der 1990er Jahre, auf die die erste Programmrevision Bezug genommen hat, sind inzwischen ein wenig verblasst oder sogar in ihrer Bedeutung gewichtiger geworden.

Weiterlesen