Schriftsteller gegen Überwachung

Aufruf zur Verteidigung der Demokratie im digitalen Zeitalter

Marc Grandmontagne

Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wurde in über 30 Zeitungen ein gemeinsamer Aufruf von mehr als 560 Autoren aus 83 Ländern veröffentlicht. Darin richten sie sich gegen die systematische Überwachung der Bürger durch Staaten und Konzerne und rufen dazu auf, die Demokratie in der digitalen Welt zu verteidigen. Zu den Unterzeichnern zählen u.a. Umberto Eco, Orhan Pamuk, Elfriede Jelinek, T.C. Boyle und Günter Grass. Initiatoren des Aufrufs sind Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Fargo Cole und Josef Hasslinger. Bereits im Sommer hatte Juli Zeh einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel verfasst, der von über sechzig Schriftstellern unterzeichnet wurde, die darin Aufklärung in der Prism-Affäre fordern.

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ACTA und die Akzeptanz des Urheberrechts

Von Helga Trüpel

Netzaktivisten mögen es gern drastisch und haben für ihre StoppACTA-Kampagne das Bild einer alles verschlingenden Krake bemüht. Dabei handelt es sich bei ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) um ein Handelsabkommen, das internationale Standards gegen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen etablieren möchte.

Die Europäische Kommission hat jüngst entschieden, das ACTA-Abkommen vom EuGH auf seine Vereinbarkeit mit europäischem Recht überprüfen zu lassen. Das ist ein richtiger Schritt, ersetzt aber nicht die gesellschaftliche Debatte über die Akzeptanz des Urheberrechts in der digitalen Welt, neue Geschäftsmodelle und die Unterscheidung von gemeinfreien und geschützten Inhalten.

Es ist an der Zeit, einen Schritt zurückzutreten und puren Alarmismus von notwendiger Kritik zu unterscheiden. Daran müssen sich jedoch grundsätzliche Fragen anschließen, welche Freiheit wir im Netz eigentlich wollen. Die Frage nach der Offenheit des Netzes gehört ebenso dazu wie die Ausgestaltung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter, der Zahlungsbereitschaft für digitalen Kulturkonsum urhebergeschützter Inhalte und die Frage eines nachhaltigen Datenschutzes.

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