Umgekehrt! kultur.macht.netz

Auf die Frage, wie sich die Digitalisierung auf die Kulturpolitik auswirkt, die dem Referenten Christian Henner-Fehr während des Kongresses in einem Interview gestellt wurde, antwortet dieser mit einem über 30 Jahre alten Zitat Foucaults, der schon damals von der Epoche des „Simultanen“ sprach und die Welt als Netz beschrieben hat, was bis heute erstaunlich aktuell klingt (siehe www.2010lab.tv/blog/netzmachtkultur-interview-mit-christian-henner-fehr-kulturmanager).

In diesen rückblickenden Gedanken zum kulturpolitischen Bundeskongress 2011 soll der französische Philosoph ein zweites Mal Erwähnung finden, da sich Foucault gerade mit der Analyse von Macht intensiv auseinandersetzte, was ein Thema des Kongresses war – zumindest nach einer der zwei möglichen Lesarten des Titels. Dies deshalb, um den Kritikern des Kongresses zu begegnen, die sich im Nachhinein eher skeptisch äußerten, da sie Konkretes und Richtungsweisendes vermissten.

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Die Krise des „Qualitätsjournalismus“

                                                   (c) Günther Richter/ pixelio

Mein erster Handgriff ging auch heute morgen wieder zu meinem Smartphone, um auf meinen facebook-, twitter-und Xing-App zu sehen, was meine Community so bewegt. Als Zweites öffnete ich gleich meinen Feed-Reader, um auf die von mir zusammengestellte Informations-Welt zuzugreifen. Ich habe mir dort aus vielen verschiedenen Zeitungen, Blogs, Portalen, Online-Angeboten der öffentlich-rechtlichen Anstalten meinen eigenen Informations-Kiosk zusammengestellt. Ich husche über die Überschriften, bleibe hier und da hängen, empfehle einige Artikel weiter und kommentiere sie ab und zu. Danach schaue ich auf den Zeitungsberg aus Papier, der endlich mal seinen Weg in den Altpapier-Container finden müsste (eigentlich ist der nicht so weit, da er direkt vor meiner Wohnung steht, aber gut!) Bei mir stapeln sich die Ausgaben der ZEIT und der WAZ, die ich eigentlich noch lesen wollte, da ich aber bereits die Online-Artikel gelesen habe, wandern sie meistens relativ jungfräulich in den großen Korb und ich ärgeren mich, dass ich immer noch dafür zahle, denn online gibt es doch alles kostenlos, oder?! Ich stehe kurz vor der Kündigung meiner Abos…..

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Crowdfunding: ein Finanzierungsansatz für Kunst und Kultur?


© Claudia Hautumm ; Pixelio

Ob Spiegel, Handelsblatt oder TAZ, das Thema Crowdfunding ist auch in den klassischen Medien angekommen. Geld ist knapp, nicht nur im Kunst- und Kulturbereich, und so verbinden viele mit diesem Thema die Hoffnung, dass sich hier ein Weg zur Finanzierung der eigenen Vorhaben auftut. Das heißt vereinfacht gesagt: das fehlende Geld macht das Thema so interessant, was damit zu tun hat, das Bund, Länder und Kommunen einem immer stärker werdenden Spardruck ausgesetzt sind und daher nicht mehr in der Lage sind, den ständig wachsenden Bereich von Kunst und Kultur mit den nötigen finanziellen Mitteln zu versorgen.

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Meine ersten Schritte als „Digital Immigrant“!

Es ist Samstagabend und ich sitze nun alleine in meinem Arbeitszimmer. Die analoge Welt um mich herum sieht verregnet aus. Aber bin ich denn alleine? Seid Ihr nicht da draußen immer bei mir? Ich kann gleichzeitig das Leben einer Bekannten auf Hawaii mitverfolgen, konnte sehen, wie sie ihr Auslandssemester erlebt hat und nun beobachten, wie sie ihren Rückweg antritt. Ich frage auch mal schnell meine Community, ob sie mir wichtige Fragen beantworten kann. Mein Leben hat sich entschieden verändert! Binnen weniger Monate bin ich Teil einer neuen Gemeinschaft geworden, habe neue interessante Menschen und Themen kennen gelernt, konnte mich direkter an gesellschaftlichen Debatten beteiligen, fühle mich als ein wichtiger Teil eines Netzwerkes und schneller informiert. Ich gebe gerne Informationen in dieses Netzwerk hinein, weil ich ebenfalls viele Informationen dort raus ziehe.

Trotzdem bin ich ein „Digital Immigrant“ und taste mich langsam an die Möglichkeiten der digitalen Welt heran. Zum ersten Mal nutze ich als Bloggerin nun auch die Chance, meine Gedanken und Vorstellungen mit dieser Community zu teilen. Erhoffe mir Feedback, gleiche oder andere Erfahrungen.

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twitter.macht.kultur (2. Kongresstag)

Noch kurz die Twitter-Statistik von zweiten Kongresstag:  Insgesamt wurden am heutigen Freitag 611 Tweets (mit dem Hashtag #kupoge) gezählt, also etwa 8% weniger als am Vortag.

Am zweiten Kongresstag beteiligten sich aktiv 97 Twitter-User an der Diskussion rund um die Vorträge des Kongresses mit mindesten einem Tweet – etwas genauso viel wie am Donnerstag (da waren es 103 Twitter-User). Insgesamt (über die zwei Tage verteilt) waren es 168 Twitter-User.

Am meisten Beiträge kamen auch heute von @Weiszklee mit insgesamt 73 Tweets, gefolgt von @hildesheimblog (45 Tweets) und @kmweimar (46 Tweets), die beide gestern zwar auch unter den Vielschreibern waren, aber nicht unter den ersten drei. Auch heute wurden im Durchschnitt etwa sechs Tweets pro User geschrieben.

Eine genauere Auswertung folgt in den nächsten Tagen.

Simon A. Frank

Die Zukunft liegt in unserer Hand


© A.Dreher ; Pixelio

Der gestrige erste Tag des Bundeskongresses der Kulturpolitischen Gesellschaft war voll von wichtigen Informationen. Gerd Loovink stellte fest, dass die Digitalisierung nur noch deshalb ein Thema sei, weil sie zwar schon weit fortgeschritten bzw. längst abgeschlossen sei, die Probleme aber dadurch entstünden, weil große Teile der Gesellschaft – und damit auch der Politik – dieser Entwicklung hinterherhinken. Dementsprechend großen Raum nahmen diese „Probleme“, Stichwort Urheberrecht oder Netzneutralität, bei den Diskussionen und Vorträgen auch ein. Selbst die Netzkunst diente als Aufhänger für das Thema Urheberrecht.

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twitter.macht.kultur (1. Kongresstag)

„Die Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft ist nicht nur Thema des Kulturpolitischen Bundeskongresses, sondern findet auch im Netz statt.“ So hieß es zumindest in der Ankündigung zum Kongress – und das war keine leere Versprechung, denn tatsächlich gab es während des Kongresses für alle, die noch nicht mit der Microbloggingdienst Twitter vertraut sind, auf eigens dafür vorinstallierten Twitterstationen die Möglichkeit, Kurzmeldungen abzusetzen und auf einer Twitterwall die Kommunikation im Netz zu beobachten. Und natürlich kommentierten viele anwesende Twitter-Benutzerinnen und Benutzer mit ihren Smartphones und Notebooks in Echtzeit die einzelnen Vorträge genauso wie die Zuschauer des Live-Streams und Leser des Twitter-Feeds.

Um nach dem Kongress eine inhaltliche Auswertung zu ermöglichen wurden sämtliche Tweets automatisiert archiviert. Für eine genaue Analyse fehlt die Zeit, aber folgende Zahlen geben zumindest einen kleinen Einblick in die Intensivität der Diskussion.

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