Kulturpolitik und Kulturmanagement

Norbert Sievers

Wo die Verhältnisse schwieriger werden, der Kulturpolitik finanzielle Fesseln angelegt sind und die Kulturwirtschaft an Aufmerksamkeit gewinnt, wachsen die Erwartungen an ein Kulturmanagement, das im »trisektoralen Netzwerk« nach neuen Aufgaben und professioneller Identität sucht. Kein Wunder, dass Einsprüche geltend gemacht werden, die auf Rollenklarheit bestehen. Und doch bleibt zu konstatieren, dass Kulturpolitik managerialer und Kulturmanagement politischer werden müssen, wenn Ressourcenknappheit nach optimierter Systemsteuerung verlangt und jede Veränderung im System eine öffentliche Diskussion heraufbeschwört. Der Schwerpunkt »Kulturpolitik und Kulturmanagement« im Heft 143 der Kulturpolitischen Mitteilungen steht für diese wichtige Selbstverständnis- und Abgrenzungsdebatte, die im Kontext der Kulturpolitischen Gesellschaft schon immer ihren Ort hatte und auch zukünftig haben wird.

Die Beiträge von Birgit Mandel und Achim Könneke gehen auf die Diskussion der Autoren im Forum 2 des 7. Kulturpolitischen Bundeskongresses »Kultur nach Plan? Strategien konzeptbasierter Kulturpolitik« im Juni 2013 zurück, die von Patrick S. Föhl moderiert wurde. Der Schwerpunkt in Heft 143 der Kulturpolitischen Mitteilungen wird ergänzt durch Beiträge von Hermann Voesgen, Patrick S. Föhl und Gernot Wolfram. So ist ein Schwerpunkt entstanden, der nicht nur der Kongressdebatte zu mehr diskursiver Nachhaltigkeit verhilft, sondern auch wichtige Beiträge zum Verhältnis von Kulturpolitik und Kulturmanagement enthält. Vielleicht sind sie sogar ein Beleg für einen postmanagerialen Diskurs, in dem die Begriffe neu geordnet werden und es schlussendlich wieder klarer wird, welche Hausaufgaben die Kulturpolitik zu machen hat, wo die Zivilgesellschaft sich stärker zu Wort melden sollte, welchen Beitrag die Kulturwirtschaft leisten kann und welche Rolle schließlich die Kulturmanager in dieser Gemengelage spielen können. Notwendig wäre dies, um auch die Einsatz- und Aktionsfelder der Kulturmanager präziser bestimmen zu können – und ein neuer Begriff, der eine neue Phase der Kulturpolitik-/managemententwicklung markieren könnte, ließe sich sicherlich finden.

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