Kulturpolitik zwischen Krise und Apokalypse

Von Olaf Martin

Ein SPIEGEL-Artikel und ein Buch mit Göttingen-Bezug
Der Beitrag »Die Hälfte?« im SPIEGEL vom 12.3.2012 war für Kulturleute ein Paukenschlag. Und auch dieser war nur der Auftakt für das Buch »Der Kulturinfarkt«, das eine Woche später erschien.

»Was wäre, wenn die Hälfte der Theater und Museen verschwände, einige Archive zusammengelegt und Konzertbühnen privatisiert würden? 3200 statt 6300 Museen in Deutschland, 70 staatliche und städtische Bühnen statt 140, 4000 Bibliotheken statt 8200 – wäre das die Apokalypse?«

… so fragen die Autoren Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz rhetorisch.

Dieter wer …? Muss man die kennen? Muss ich das lesen?

Um es kurz zu sagen: Wer sich für Kultur und ihre Finanzierung interessiert, generell oder nur in Göttingen, musste diese Namen bisher nicht unbedingt kennen. Obwohl er zumindest einen kennen könnte: Dieter Haselbach mit seiner Firma ICG Culturplan hatte an der Erarbeitung des Göttinger Kulturwirtschaftsbericht 2011 und des »Leitbildes für die Kulturpolitik« mitgewirkt. Offenbar sind es auch seine Göttinger Erfahrungen, die an einer Stelle im Buch reflektiert werden:

»Wenn Einrichtungen sich einmal auf der Couch öffentlicher Förderung niedergelassen haben, bleiben sie. Die Lieblingsvokabel der Kulturpolitiker und der kulturellen Verbandsvertreter ist »unverzichtbar«: Alles, was ist, ist unverzichtbar. Geändert werden soll nichts, auf jeden Fall nicht an den bestehenden Förderverträgen, und wenn doch, dann einzig in Richtung Wachstum. […] In einer westdeutschen Großstadt, in der auch die Kultur einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten sollte, war der Tenor in Kulturverwaltung und Stadtrat, dass eigentlich alles gut sei, so wie es ist, und dass sich an der Kultur in der Stadt nichts ändern müsse. Auf der Fördercouch ist noch Platz für weitere Patienten, dazusetzen kann man sich gern, wenn man ein genügend großes Glücksversprechen mitbringt.«

… womit man auch gleich einen ersten Eindruck von dem polemischen Ton gewinnt, in dem Artikel und Buch geschrieben sind. Doch der Reihe nach:

  1. Wer wissen will, um was es geht und welches die wesentlichen Positionen und Provokationen des Quartetts sind, sollte zumindest den SPIEGEL-Artikel lesen, der z. B. hier inzwischen vollständig im Netz zu finden ist. Da er von den vier Autoren selbst verfasst wurde, ist er eine knappe, aber zuverlässige Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen.
  2. Wer dem Ganzen – wie ich – genauer auf den Grund gehen oder mitreden will, wer womöglich erst durch die wütenden Reaktionen von Kultur-Lobbyisten neugierig geworden ist, der sollte das Buch lesen.
  3. Wer jetzt oder nach jener Lektüre nicht weiß, was davon zu halten ist, der lese das Folgende und hat dann zumindest eine Meinung dazu gehört.

Schrille Reaktionen
In den ersten Stunden und Tagen nach Erscheinen des SPIEGEL-Artikels zweifelte ich daran, ob die Vertreter kultureller Interessen überhaupt die grundlegende Kulturtechnik des Lesens beherrschen. Der deutsche Kulturrat, der Bühnenverein, Intendanten protestierten empört gegen das Ansinnen, die Kultur-Etats um die Hälfte zu kürzen. Davon ist jedoch weder im SPIEGEL noch im Buch die Rede, siehe das Zitat oben. Präziser war dann die erste Berichterstattung in den Medien – die Journalisten lesen immerhin das, was bei den Kollegen gedruckt wird. Nach und nach erschienen auch nachdenkliche und abwägende Stellungnahmen, vor allem von jenen, die professionell in der Kulturpolitik tätig sind, oder Akteuren, die zu den Gewinnern gehören könnten, wenn die Konzepte jener »Viererbande« umgesetzt werden sollten.

Die Adressaten der Polemik
Die Autoren unterziehen das System der Kulturfinanzierung im deutschsprachigen Raum einer radikalen Kritik. Aber wen genau greifen sie an? Eigentlich nicht jene, die sich als erstes getroffen fühlten, nämlich die Vertreter von Kultureinrichtungen. Diese verhalten sich innerhalb des vorgegebenen Rahmens völlig rational und jede Änderung dieser Vorgaben muss ihnen als Bedrohung erscheinen. Schon gar nicht greifen sie jene Feuilleton-Redakteure an, die sich etwas pikiert-herablassend plötzlich mit Personen und Positionen auseinandersetzen müssen, die sie zwischen Premieren-Besprechung, Intendanten-Skandal und Kürzungs-Protest bisher so gar nicht auf dem Schirm hatten. Und überhaupt nicht jene Kulturliebhaber, die Konzert, Theater und Museum besuchen, weil es ihnen gefällt. Nein, Adressaten dieser Polemik sind die Entscheidungsträger, also Politiker mit Verantwortung für den Kulturbereich und die Fachleute in den Ministerien, Kulturämtern und Stiftungen – also jene, die Verantwortung für die Strukturen der Kulturfinanzierung und den Fluss des entsprechenden Geldes tragen.

Zertrümmerung von Dogmen
»Kultur kann es nie genug geben«. »Was einmal weg ist, kommt nie wieder«. »Gute Kultur schafft sich ihre Nachfrage«. »Kultur muss vor dem Markt geschützt werden«. »Fördern, was es schwer hat«. »Orientierung am Publikumsgeschmack ist Kommerzkultur«. »Kulturausgaben sind keine Subventionen, sondern Investitionen« – das sind nur einige der Dogmen, die von den Autoren lustvoll demontiert werden. Das bis heute wirkende Motto des »Kultur für alle« aus den 70er-Jahren wird als Bevormundung charakterisiert: Wir haben hier eine wertvolle bürgerliche Hochkultur, die machen wir jetzt für alle zugänglich, damit jeder in deren Genuss kommen kann. Die Definitionsmacht, was als wertvoll zu gelten hat, bleibt aber in der Hand einer kleinen kulturellen Elite. Von da ist es nicht weit zu jenem Befund, der Insidern zwar schon länger bekannt ist, aber ungern offen angesprochen wird: Dass die öffentliche Kulturförderung eine massive Umverteilung von unten nach oben ist. Jene meist wohlsituierten 10 Prozent der Bevölkerung, die regelmäßig kulturelle Angebote nutzen, lassen sich die Eintrittspreise hierfür von den anderen 90 Prozent subventionieren.

Puuh … das ist schweres Geschütz. Einige Male hielt ich die Luft an und zog den Kopf ein: Au wei, jetzt machen sie das auch noch platt …!

Leicht lesbar, schwer nachzuvollziehen
Heikel ist die Form, in der die Autoren ihr Anliegen vertreten. Einerseits ist das Buch – und auch der SPIEGEL-Artikel, der aus Buchauszügen besteht – leicht und eingängig zu lesen. Eine zugespitzte Formulierung folgt der anderen, rhetorisch geschickt werden Positionen auf den Punkt gebracht. Aber eigentlich kann man kein ganzes Buch in diesem Kolumnen-Stil schreiben. Schnell verliert man den Überblick oder glaubt, ein Statement zum dritten Mal zu lesen, sind Aussagen allzu pauschal und undifferenziert.

Einerseits wird einleuchtend dargelegt, dass heute keine allgemein anerkannten Qualitätsmaßstäbe für Kultur mehr existieren. Andererseits wird der ganze Reformeifer der vier Autoren auch dadurch angetrieben, wieder „große Kunst“ zu ermöglichen. Aha – und woran erkenne ich die, wenn es doch keine Maßstäbe gibt …?

Mit dem Verweis auf eine Reihe empirischer Untersuchungen wird festgestellt, »dass Präferenzen tatsächlich angebotsabhängig sind«, die Art des Kulturangebots also die Nachfrage beeinflusst. Über weite Strecken wird dann aber gegen das schon erwähnte Dogma, gute Kultur rege die Nachfrage an, argumentiert. Ja, was denn nun?

Weitere Widersprüche und Ungenauigkeiten ließen sich finden und wurden von den präziseren Kritikern auch aufgespießt. Das kommt davon, wenn vier Köche einen Textbrei anrühren. Aber ganz offenkundig will das Buch gar keine gründliche, mit Fußnoten gepflasterte Aufarbeitung der bisherigen Kulturpolitik bieten. Dann hätten die vier Autoren wohl mehr als 1000 Seiten gebraucht, um ihre Argumente auszubreiten; sie könnten dies sicher auch. Nein, sie wollen bewusst provozieren, aufrütteln, Furore machen. Die Expertendiskussion zu diesen Themen gibt es schon lange, aber sie versickert bisher wirkungslos in Tagungszirkeln und Fachzeitschriften. Die Viererbande will tatsächlich die bestehenden Verhältnisse ändern.

Ernsthaft?
Was ist also davon zu halten? Muss man das ernst nehmen? Ich meine: ja, man muss. Unbedingt. Ich kenne alle vier Autoren von Tagungen und Publikationen her, Dieter Haselbach und Pius Knüsel auch näher aus persönlichen Gesprächen. Die flotte Rhetorik ihres Buches sollte nicht dazu verführen, sie für leichtfertig oder gar inkompetent zu halten. Sie haben langjährige Erfahrung im Kulturbetrieb und sind intime Kenner der Verhältnisse. Ihre Analyse des gegenwärtigen Kulturbetriebs ist über weite Strecken zutreffend. Ihre Schlussfolgerungen sind keineswegs zwingend, in jedem Fall aber sehr mutig und diskussionswürdig. Wenn man ihnen gerecht werden will, sollte man ihre Ausführungen mit einer wohlwollenden Neugier lesen. Konzentriert man sich auf die stilistische Unschärfe, die Widersprüche und unbelegten Pauschalbehauptungen, verpasst man die Auseinandersetzung mit den Zielen und Ideen. Auf dieser Ebene gibt es immer noch genug Diskussions- und Fragwürdiges, aber unterhalb dieses Niveaus sollte man den Diskurs nicht führen.

Ein Manifest der Freibeuter
Worauf nun wollen sie hinaus, lassen sich die Vier im politischen Koordinatensystem irgendwie einordnen?

Viel spricht dafür, ihre Motive als eine erneuerte linke Kulturpolitik einzuordnen: Sie wollen endlich Schluss machen mit der Privilegierung einer kleinen Kulturelite, den Anspruch des „Kultur für alle“ wirklich umsetzen. Teilhabe auch für jene, deren Kulturkompetenz man bisher nur mit Castingshows oder Satellitenschüsseln für türkische Sender assoziierte. Dem gestandenen Linken wird jedoch die Sympathie der Autoren für die Mechanismen des Marktes und das kulturelle Unternehmertum Stirnrunzeln bereiten.

Gerade jenes wird das Herz des neoliberalen FDP-Politikers erfreuen: Freier Markt für freie Bürger! So richtig lässt sich das Quartett dafür jedoch auch nicht vereinnahmen, denn sie verteidigen und begründen pointiert, dass die öffentliche Hand sich in das Kulturleben einmischt; keineswegs weniger als bisher, nur ganz anders.

Für eine konservative Kulturpolitik fallen mir keine richtigen Anknüpfungspunkte ein; das könnte allerdings auch an mir liegen.

Man sieht also, der »Kulturinfarkt« liegt quer zu den gängigen politischen Kategorien, das erklärt wohl die Ratlosigkeit und Wut mancher Reaktionen. Darin liegt aber auch das Potenzial, denn für alles Neue fehlen anfangs die Schubladen. Es würde mich nicht wundern, wenn man rückblickend einmal dieses Buch als Grundstein einer Kulturpolitik der Piratenpartei einstufen wird – vorausgesetzt, diese kommt ins politische Erwachsenenalter. Die digitale Umwälzung der Distributionswege für kulturelle Inhalte ist ein Ausgangspunkt für viele Vorschläge der Autoren. Die Wertschätzung des unternehmerisch agierenden Künstlers; die Betonung des autonomen Kulturkonsumenten; der Vorschlag (ist er ernst gemeint?), statt der Zwangsmusikalisierung durch »Jedem Kind ein Instrument« lieber ein Programm »Jedem Kind ein iPad« aufzulegen – das alles zeigt eine gewisse Nähe zu Grundanliegen der Piratenpartei. Diese hat das wohl noch gar nicht gemerkt.

Jetzt mal ganz praktisch
Was wäre zu erwarten, wenn man die Vorstellungen der Viererbande umzusetzen versuchte? Im zweiten Teil des Buches entwickeln sie eine ganze Reihe von durchaus konkreten Maximen und Vorschlägen, die nicht in der SPIEGEL-Version auftauchen. Einige sollen hier in Stichworten angedeutet werden:

  • Die öffentliche Hand sollte sich auf die Bereitstellung multifunktional nutzbarer Räume konzentrieren, sie soll Kultur ermöglichen, aber nicht über sie entscheiden.
  • Öffentliche Kulturförderung darf keine privaten Angebote verdrängen.
  • Das »duale Prinzip«: Einrichtungen und Projekte sollten entweder nur aus öffentlichen Mitteln oder nur von privaten Sponsoren bezuschusst werden; Mischfinanzierungen sind zu vermeiden.
  • Von geförderten Veranstaltern sollte verlangt werden, dass sie ein Drittel ihrer Ausgaben selbst erwirtschaften.
  • Juries und Expertengremien sollten nicht nach Expertise, sondern nach sozialer Ausgewogenheit besetzt werden. Sie treffen dann keine Förderentscheidungen, sondern setzen »Intendanten« ein, die den Förder-Etat eigenständig und befristet verwalten.
  • Um größere Einrichtungen herum – Theaterhäuser, Kunstmuseen, Bibliotheken – werden »kulturelle Komplexe« organisiert. Am besten beschreiben das die Autoren selbst:

»Kultureller Komplex besagt ganz einfach, dass die interpretative Fortschreibung des alten und des neuen Theaterrepertoires oder des Musikkanons nicht mehr reicht, sondern dass die Förderung des Künstlernachwuchses, die Entwicklung von Komponisten oder Autoren, der Einbezug von Laien, die Auswertung der Produktion in anderen Medien, die Zusammenarbeit mit Verlagen, die Gestaltung öffentlicher Anlässe ganz einfach dazugehören. Ein Verlag kann genauso gut literarische Stipendien ausrichten wie ein Staat oder eine Kommune, mit Literaturhäusern und -festivals kooperieren, Übersetzungen fördern – kurz: Motor sein im Geflecht der Kulturproduktion und -distribution. Das wäre horizontale Integration, im Unterschied zur isolierten Sicht, die das heutige System prägt. Mehrere solcher – in ihren Ansprüchen und Orientierungen ganz unterschiedlich ausgelegten – Komplexe zusammen ergeben dann das kulturelle System einer Stadt oder einer Region.«

  • Zuschüsse für Künstler außerhalb solcher Komplexe werden nach Ausschreibung und Zulassungsprüfung per Losverfahren vergeben, sie laufen dann über mehrere Jahre.
  • Kulturelle Bildung darf nicht nur ästhetische Bildung sein, die Vermittlung elementarer Techniken reicht. Naturwissenschaftliche Bildung und das Kennenlernen außereuropäischer Kulturen sind genauso wichtig für eine aktive Weltaneignung.

Wer jetzt ratlos oder irritiert den Kopf schüttelt, ist genau in der richtigen Verfassung, um sich weiter mit den Positionen der Autoren zu befassen. Ist das brauchbar? Oder wäre das die Apokalypse, wie die Autoren selbst fragen?

Vielleicht muss man mal wieder ins Gedächtnis rufen, dass Apokalypse eigentlich »Offenbarung« heißt.

Und Krise bedeutet »Entscheidung«.

—————

Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel, Stephan Opitz: Die Hälfte? Warum die Subventionskultur, wie wir sie kennen, ein Ende finden muss. In: DER SPIEGEL 11/2012 vom 12.03.2012, Seite 136-141

Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel, Stephan Opitz: Der Kulturinfarkt. Von allem zu viel und überall das Gleiche. Albrecht Knaus Verlag, München 2012. ISBN 978-3-8135-0485-9. Gebunden 287 Seiten: 19,99; eBook: 16,99.

Olaf Martin ist Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Südniedersachsen, einem kommunalen Verband für regionale Kulturförderung. Der Beitrag gibt seine persönliche Meinung wieder und stellt in keiner Weise eine Position des Landschaftsverbandes dar.

(Am 28.03.2012 als Gast-Rezension veröffentlicht auf www.goest.de)

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Ein Gedanke zu „Kulturpolitik zwischen Krise und Apokalypse

  1. Der Infarkt in unserer Gesellschaft ist doch in Wahrheit, dass sich mehr als 10 Millionen Menschen aufgrund ihrer finanziellen Lage die Teilhabe an Kultur und damit kulturelle Bildung nicht mehr leisten können.

    Allein in Frankfurt am Main leben über 80.000 Menschen (davon ca. 27.000 Kinder) an der Armutsgrenze Gleichzeitig sind die Eintrittspreise für Museen, Theater, Oper, Kino und Konzerte exorbitant gestiegen. Die Menschen, die schon genug Probleme haben den täglichen Überlebenskampf zu meistern, sind von der Teilhabe an Kultur definitiv ausgeschlossen. In Frankfurt am Main hat sich im Jahr 2008 der Verein Kultur für ALLE e.V. gegründet und hat mit einem ambitionierten und bestechenden Konzept in kurzer Zeit schon einen Riesenerfolg. Kultur für ALLE e.V. spricht mit Veranstaltern aller Couleur mit dem Ziel, Kulturpassinhaber/innen für 1 € ( Kinder 0,50 ) einzulassen.

    Der Verein gibt einen scheckkartenähnlichen Kulturpass heraus, den Interessierte für einen Euro ( Kinder die Hälfte ) erwerben. Der Kulturpass trägt auf der Vorderseite das Bild „Commedia dell‘Arte“ des Malers Marc Chagall, denn er soll kein „Armutspappendeckel“ sein, sondern soll mit Stolz als Ausweis des Rechts und Interesses an Teilhabe an Kultur vorgezeigt werden können.

    Bis heute hat Kultur für ALLE e.V. schon fast 5000 Kulturpässe ausgeben können. Die Veranstalter, die den Kulturpass akzeptieren finden sich auf der tagesaktuell redaktionell gepflegten Homepage http://www.kulturpass.net .

    Das Credo des Vereins ist „Kultur ist alles was der Mensch gestaltend schafft; niemand darf davon ausgeschlossen sein!“

    Begonnen hat alles im Oktober 2008 mit 100 Karten für die Frankfurter Buchmesse, die in Nullkommanix weg waren. Udo Lindenberg spendierte 30 Karten für sein Konzert in der Festhalle und heute sind es bereits fast 200 kleine und große Veranstalter die den Kulturpass gerne sehen, darunter finden sich die Big Band und das Sinfonieorchester
    des Hessischen Rundfunk, das Literaturhaus, Musik-Clubs , Kindertheater, Sport, Karneval und nahezu die gesamte Frankfurter Museen -Landschaft sowie Schauspiel und Oper Frankfurt. Bei über dreißig Stellen im Frankfurter Stadtgebiet kann man den Kulturpass bereits beantragen.

    Auch die Literatur findet ihren Raum. In Zusammenarbeit mit dem Stadtschreiberpreis von Bergen – einem der renommiertesten Literaturpreise der Republik – wird eine Literaturseite auf dem Internet – Portal kulturpass.net aufgebaut, auf der die inzwischen

    35 preisgekrönten Stadtschreiber den Lesern eines ihrer Werke schenken ( darunter FC Delius, Ludwig Fels, Peter Kurczeck, Günter Kunert, Herta Müller u.v.m.) Im Juni hat die OnLine -Galerie eröffnet auf der man Wechselausstellungen von Malern und Zeichnern besuchen kann (aktuelle Ausstellung : Wolfgang Lechthaler (Fotografien : MikroFrank – MakroFurt). Bereits jetzt gibt es auch 500 Hörbücher zum kostenlosen Download. Ebenfalls kann man über die Seite das Programm „ hr 2 Kultur“, die Kulturwelle des Hessischen Rundfunk empfangen. Auch das Magazin LUST AUF GUT regt zum virtuellen blättern an.

    Kultur für ALLE e.V. versteht seine Arbeit nicht nur karitativ in dem Sinn, den Interessierten aus dem Bereich der Bedürftigen die Teilhabe an Kultur wieder zu ermöglichen, sondern auch im besten Sinn aufklärerisch und bildend, das heißt diejenigen, die kulturfern aufwachsen müssen, an Kultur heranzuführen. Denn was soll aus einer Gesellschaft werden in der fast 15 % der Menschen von kultureller Teilhabe ausgeschlossen sind.

    Der Verein, der mit dem Satz „ Kultur muss man sich leisten können, auch wenn man sie sich nicht leisten kann“ wirbt, wird ausschließlich ehrenamtlich getragen.

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